Besonders gebeutelt worden sei der Orangensaft, der um 2,6 Liter zurückgegangen sei, eine Zunahme sei jedoch bei Zitrusnektaren, Traubensaft, Grapefruitsaft und Gemüsesäften zu verzeichnen gewesen. Grund für die Absatzrückgänge seien die gestiegenen Rohwarenkosten, die die Branche seit Jahren in Atem hielten. So hatte sich z.B. der Preis für eine Tonne Orangensaftkonzentrat in den vergangenen zwei Jahren von 2.000 auf 7.000$ entwickelt. Dies sei auf die Orangenkrankheit „Greening“ zurückzuführen, die durch ein Bakterium hervorgerufen wird und zum Absterben ganzer Plantagen führe. Durch pflanzenbauliche und anbautechnische Maßnahmen werde versucht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Zum anderen hätten Spätfröste bei Äpfeln und Rhabarber zu einer niedrigeren Ernte geführt. Auch bei Ananas seien Knappheiten zu verzeichnen. Die zurzeit bestehenden Zölle wie 12,2 Prozent auf Orangensaft aus den Mercosur-Staaten verschärften noch die Verteuerung und würden daher vom VdF abgelehnt.
Seit mehreren Monaten ist eine weitere Frucht nur schwer verfügbar: die Ananas. Besonders betroffen sind die Hauptlieferländer Thailand und Costa Rica. In Costa Rica haben die Klimaphänomene La Niña und El Niño zu ausbleibenden Regenfällen geführt, wodurch die Früchte kleiner ausfallen und weniger Ware für den Frischmarkt zur Verfügung steht. Dies bedeute, dass sich die Situation auf dem Weltmarkt weiter zuspitzt: Direktsaft, der überwiegend aus Costa Rica stammt, sei durch gestiegene Beschaffungskosten deutlich teurer geworden.
Gleichzeitig sorge die anhaltend unzureichende Wasserversorgung in Thailand – dem weltweit bedeutendsten Lieferland für Konzentrate – für ein rückläufiges Angebot. Viele Verarbeitungsbetriebe könnten daher derzeit nicht im vollen Umfang produzieren. Das habe spürbare Folgen für die Fruchtsaftindustrie in Deutschland und erhöhe den Druck auf die Hersteller: Die angespannte Marktlage verschärfe sich weiter – mit potenziellen Auswirkungen auf Verfügbarkeit und Preise im Handel.
Zölle von 8 bis 16 Prozent treiben die steigenden Preise weiter in die Höhe. Besonders besorgniserregend seien die niedrigen Lagerbestände in den Lieferländern, die zu Engpässen („Out of stock“-Situationen) führten. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) fordert daher die Abschaffung der Zölle – insbesondere für Ananas (8 bis 16 Prozent Zoll), aber auch für Orangensaft, der mit 12,2 Prozent besteuert wird und damit ebenfalls für Verbraucher teurer wird. Zölle behindern den globalen Handel und belasten letztlich die Endverbraucher.